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Veröffentlicht am 13.09.2015
 
 
 
Der 54-jährige Joja Schott alias Joachim Janssen veröffentlicht viertes Buch über seinen Wohnort
 
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Lilienthals Geschichte als Roman

Ulrike Schumacher 07.09.2015 0 Kommentare
 
Joja schott © Ulrike Schumacher
Als Joja Schott hat der Landschaftsgärtner Joachim Janssen jetzt sein viertes Buch veröffentlicht. (Ulrike Schumacher)

Das Ergebnis liegt jetzt als gut 200 Seiten dickes Buch in seinen Händen. Es heißt „Die Lilienthal Odyssee“ und ist ein spannender Gang durch Lilienthals Entwicklung von den Anfängen bis zur rollenden Linie vier. Ein Geschichtsbuch in Romanform. Eine fiktiv-wahre Erzählung, in deren Hauptfigur Armin Klein sich auch der Autor wiederfindet. Unter seinem eigentlichen Namen Joachim Janssen war auch er für einen Neubeginn in seinem Leben in das ihm bis dahin fremde Lilienthal gekommen. Wie die Hauptfigur seines Buches musste auch Janssen hier Fuß fassen. Wie der Held seiner Geschichte ebenfalls als Landschaftsgärtner.

„Ich bin vor fünf Jahren hierher gezogen, ohne wirklich Kontakte zu haben“, erinnert sich Janssen. Um sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen, habe er sich erstmal in dessen Geschichte gekniet. Joachim Janssen besorgte sich die Lilienthal-Bücher von Wilhelm Dehlwes und Edda Buchwald und las sich fest. Nebenbei ging er mit der Kamera in Lilienthal auf Entdeckungstour. Manche der dabei eingefangenen Fotos zieren jetzt das Cover seines Buches. Dass er aus seinen Entdeckungen und dem angelesenen Wissen einen Roman machen würde, war schnell klar. Das Schreiben ist für Joachim Janssen eine leidenschaftliche Passion Wenn er in seinen Texten versinkt, wird Joachim Janssen zu Joja Schott.

Das aktuelle Buch ist nicht das erste, das unter diesem Namen erschienen ist. Zuvor sind dem Lilienthaler schon ein paar von Zeitkritik und Fantasie geprägte Romane – um im geschichtlichen Bilde zu bleiben – aus der Feder geflossen. Das schriftstellerische Arbeitspensum des Lilienthalers ist gewaltig. Die Lilienthal-Odyssee ist der vierte Roman, seit Joachim Janssen vor ein paar Jahren die Schreibwut packte. Man muss es so nennen. Wenn seine eigentliche Arbeit beendet ist, dann freut sich der 54-Jährige schon auf die nächste. Es gibt Autoren, die schlagen sich mit ihren Werken herum, die hadern mit jedem Satz, wenn nicht sogar mit jedem einzelnen Wort. Der Lilienthaler kennt das nicht. Wenn er sich vom Landschaftsgärtner Joachim Janssen in den Schriftsteller Joja Schott verwandelt und an seinem Laptop sitzt, um seine Geschichte voranzutreiben, dann ist das für ihn Entspannung. „Man darf das Romane-Schreiben nicht als Arbeit betrachten“, erklärt er. Für ihn steht die Lust am Formulieren im Vordergrund. Das Schreiben, sagt der Autor, sei für ihn erholsamer Ausgleich zum körperlich anstrengenden Beruf. „Ich setze mich hin, und es fließt so aus mir heraus.“

Bei seinem Lilienthal-Roman, der im Wismarer Persimplex-Verlag erschienen ist und den interessierte Leser für 16,20 Euro über die Lilienthaler Buchhandlung Buchstäblich bestellen können, war es wieder so. Sechs Monate habe er daran gearbeitet, berichtet der Autor. Lilienthaler könnten sich darin wiederentdecken. Joja Schott nennt sie beim richtigen Namen. „Vielleicht“, hofft er, „kann ich mit dieser Form der Geschichtsvermittlung auch jüngere Leser ansprechen.“

Spannend ist sie allemal, die Geschichte um Armin Klein, der den geheimnisvollen Lilienstein findet. Jedesmal, wenn er ihn in die Hand bekommt, wird Armin Klein von der Jetzt-Zeit in die Vergangenheit geschleudert, was auch gefährlich ist. Er muss vor brandschatzenden Franzosen fliehen und bei Fliegerangriffen Schutz suchen. So irrt der Lilienthaler Neubürger durch die Jahrhunderte und trifft immer auch eine Frau, die ihn liebt.

Und wie alle Schott-Romane hat auch dieser einen kritischen Blick. Auf die Gesellschaft, auf unseren Umgang mit der Umwelt, auf die Politik, auf die Globalisierung und darauf, wie jeder seinen persönlichen Weg finden kann. Wer sich vom Autor aus der Lilienthal-Odyssee vorlesen lassen möchte, hat mit etwas Geduld Gelegenheit dazu. Der Heimatverein plant für den 13. Januar kommendes Jahres eine abendliche Lesung.